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Der heilsame Schrecken

Aktualisiert: 29. Juli

Die Sendungen "Hirschausen und der Zucker" und "Hirschausen und das Vergessen" (Teil 1 und 2) hinterließen mich fassungslos. Es war eine Mischung aus nagender Erkenntnis und dem Schock über die eigene, oft so bequeme Handlungsunfähigkeit der Vergangenheit. Besonders die medizinischen Zusammenhänge trafen mich unvorbereitet: Die Information, dass hartnäckiges Bauchfett ein echter Risikofaktor für Demenz ist – ebenso wie Depressionen. Mit einem Bauchumfang von 95 Zentimetern bei einer Körpergröße von 172cm und einem Gewicht von 69 Kilogramm und dem Blick auf mein Alter bewege ich mich in einem Bereich, der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes spürbar steigen lässt. Ich leide bereits jetzt schon an körperlichen Einschränkungen. Die Gefahr ist da, sie lässt sich kaum noch wegschieben bzw. ignorieren.

Ehrlich gesagt wünsche ich mir manchmal genau solche klaren, aufrüttelnden Sendungen. Manchmal braucht es diesen Schock, diesen ehrlichen Blick in den Spiegel, damit man endlich den inneren Antrieb findet und konsequent für die eigene Gesundheit einsteht. Ich habe einen dicken Bauch und sichtbare Schwimmringe an den Hüften, mit denen ich mich schlicht nicht wohlfühle. Ich sollte es mir wert sein, gut auf mich zu achten – und das schließt den körperlichen Zustand ganz selbstverständlich mit ein.


Klare Ziele und ein künstlerischer Blick


Das Ziel steht fest: Runter auf 64 Kilogramm, und als erster, greifbarer Meilenstein ein Bauchumfang von 88 Zentimetern. Um diesen Weg festzuhalten, gehe ich einen sehr bewussten und erneut künstlerischen Schritt. Ich werde im Rahmen meiner Selbstporträts regelmäßig Ausschnitte meines Körpers fotografieren – ganz ungeschönt, um die körperliche Entwicklung zu dokumentieren und mich der Realität auf eine kreative Weise zu stellen.


Was in diesem Prozess besonders schmerzt, sind die gut gemeinten, aber verletzenden Kommentare aus dem Umfeld. Wenn man von Menschen, die offenkundig selbst schwerer sind, Sätze hört wie: „Du kannst doch jetzt ein Stückchen Kuchen vertragen!“ – das trifft. Es ist anstrengend, ein Nein zu Zucker, fettigem Essen und auch zu Alkohol rechtfertigen zu müssen, nur um am Ende mit einem schlechten Gewissen dazustehen. Dabei sollte der Verzicht auf das, was dem Körper schadet, keine Erklärung brauchen, um einem grenzüberschreitendem Verhalten entgegenzutreten.


Es ist Zeit, diesen Weg zu gehen. Nicht aus einem sich selbst gegenüber ablehnenden Gefühl heraus, sondern aus tiefer Fürsorge für das eigene Leben.

 
 

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